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In 3 Schritten zu mehr Eigenliebe

Ich habe den Job meiner Wahl nicht bekommen; Mein Kind tut wieder Mal nicht das, was ich möchte; Ich wollte beim Gespräch mit meinem Partner eigentlich sachlich bleiben, bin aber wieder Mal total emotional geworden und habe ihn angebrüllt; Ich habe Streit mit meinen Geschwistern; Ich bekomme den Haushalt, die Erziehung und meinen Job einfach nicht unter einen Hut, egal, wie sehr ich mich anstrenge…

Diese Liste kann endlos fortgeführt werden. Jeden Tag geraten wir in Schwierigkeiten, die uns unsere gute Laune und unsere Nerven rauben. Bei der Anzahl an Interaktionen mit anderen Menschen, mit deren verschiedenen Ansichten und Einstellungen, ist es eigentlich ein Wunder, dass Kommunikation überhaupt funktioniert und wir uns nicht alle gegenseitig an die Gurgel gehen.

Im Gegenteil – wenn andere in Schwierigkeiten sind, neigen wir häufig dazu, ihnen unser offenes Ohr anzubieten und ihnen beizustehen. Wir fühlen mit ihnen mit und möchten, dass es ihnen besser geht. Das wünschen wir uns dann auch im Gegenzug von den Anderen für uns selbst. Wir würden wahrscheinlich ein Gespräch sofort beenden, wenn uns unser Gegenüber kritisiert anstatt aufbaut, fertig macht anstatt Verständnis zu zeigen oder in einem schroffen Ton spricht anstatt ruhig und achtsam.

Gleichzeitig ist genau das der Ton, in dem wir oft mit uns selbst sprechen. Wir sind im Alltag viel härter zu uns selbst als es unsere Liebsten sind. Letzteres sollten wir uns unbedingt auch uns selbst gegenüber angewöhnen. Den Unterschied in unserer Wahrnehmung werden wir schnell bemerken. Wie hat Oscar Wilde einmal gesagt? Eigenliebe ist der Beginn einer lebenslangen Leidenschaft.

Love Hände
  1. self-compassion – Mitgefühl mit mir selbst

Wie gehe ich eigentlich mit mir selbst um? Wie rede ich mit mir in meinem Kopf? Verständnis- und liebevoll oder doch eher hart und kritisierend? Uns ist wichtig, dass andere Menschen respektvoll und mitfühlend mit uns sprechen. Dann sollten wir das auch unbedingt von uns selbst einfordern. Oft fällt es uns schwer, die Geduld, die wir für Andere aufbringen, auch uns selbst zuzugestehen. Das ist jedoch unabdingbar, wenn wir mit uns selbst „im Reinen“ sein wollen. Tun wir einfach so, als wären wir selbst unser bester Freund. Wie würden wir in unserer besten Laune mit unserem besten Freund sprechen? Was würden wir sagen und tun?

Schreibe einen Brief an dich selbst und achte darauf, den Ton so zu wählen, als ob du mit deinem besten Freund sprechen würdest.

verschütteter Kaffee
  1. common humanity – Jeder Mensch erlebt Versagen

Die Emotion des Mitfühlens basiert auf der Erkenntnis, dass jeder Mensch Versagen erlebt und niemand gänzlich perfekt ist. Wir alle sind fehlbar. Daher kommt auch der tröstende Spruch: Das ist doch nur menschlich. Wenn wir uns unserer gemeinsamen Menschlichkeit bewusst werden, wird es uns leichter fallen, Gefühle wie Enttäuschung und Unzulänglichkeit als universal zu empfinden.

Schauen wir uns den Umgang mit uns selbst an, wenn wir Versagen erleben – den ehrlichen Umgang mit uns, so wie wir ihn tagtäglich wirklich erleben. Notiere deine typischen Reaktionen – was du sagst und was du tust – wenn du das Gefühl hast, versagt zu haben. In welchem Ton sprichst du zu dir selbst?

Meditation
  1. mindfulness – der eigenen Gefühle bewusst werden

Wir tendieren schnell dazu, wütend auf uns selbst zu werden, wenn wir Versagen fühlen. Es erscheint einleuchtend, dass uns diese Wut über unsere eigenen Gefühle nicht hilft, sie zu verarbeiten. Mindfulness bedeutet, sich seiner eigenen Gedanken und Gefühle komplett bewusst zu machen, ohne sie zu verleugnen oder abzulehnen. Wenn wir es schaffen, auf eine liebevolle Weise unsere Gefühle anzunehmen, fördert das unsere Positivität und senkt unsere Unsicherheiten auf Dauer.

Lege die Briefe aus Punkt 1 und 2 für einen Tag zur Seite und lese sie dann erneut. Bemerkst du den Unterschied? Dieser harte Ton uns selbst gegenüber basiert auf bestimmten Ängsten, die wir haben. Mache dir bewusst, welche Ängste das sind.

Welche Veränderungen würden auftreten, wenn du dich wie deinen besten Freund behandelst, sobald du leidest? Schreibe die Veränderungen auf und freue dich darüber, ab jetzt einen weiteren guten Freund dazugewonnen zu haben.

Quelle: verändert nach Raghunathan, R. (2016) – If You’re So Smart, Why Aren’t You Happy?How to turn career success into life success, Vermilion, S. 75,76.

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